Glockenblumen
„Lassen sie sich von unseren Glocken verlocken!“



Neue Campanula Sorten aus unserer Gärtnerei.  >> weiter

Glockenblumen gibt es für fast jeden Gartenstandort und der Blüten-reigen dauert von April bis September. Dazu bedarf es meist nur eines gut durchlässigen Bodens mit ausreichender Nährstoffversorgung.
Je nach Wildstandort bevorzugen die Arten einen trockenen oder eher frischen Boden. Weniger Glück mit Glockenblumen ist meist auf zu schwere, nasse Böden, zu wenig Nahrung oder die weitverbreitete Schneckenplage zurück zuführen. Bei ganz verzweifelten Pflanzenliebhabern hilft vielleicht die Idee einer Topfsammlung.

Campanula carpatica, Karpaten-Glockenblume

Dieses ist im Moment wohl die am häufigsten kultivierte Campanula-Gruppe, denn in Kultur handelt es sich kaum noch um reine Arten.

Kennzeichnend sind die weit geöffneten Schalenblüten in Weiß- oder Blautönen und der meist halbkugelige Wuchs. Nach der ersten Blüte im Juni/Juli kann man die meisten Sorten durch Rückschnitt zum Weiterblühen bis September anregen.

Botanisch unterscheidet man in:

* Campanula carpatica var. carpatica - Aus hellgrünem, unbeharrtes Laub wird ein lockerer halbkugeliger Horst gebildet. Die verzweigte Blütenstiele sind ca. 20 – 30 cm hoch und tragen weitgeöffnete Schalenblüten.

* Campanula carpatica var. turbinata – Die feinbehaarten Laubblätter bilden eine kompakte und meist nur 10 – 20 cm hohe Staude. Die Blütenstiele tragen meist nur 1-2 schlanker, halbgeöffnete Schalenblüten.

* Campanula carpatica Hybriden – Hier handelt es sich um Artkreuzungen, die allerdings meistens nicht ganz genau nachvollziehbar und daher diskussionswürdig sind. In den bekannten Kreuzungen schlägt meist der halbkugelige Wuchs und die Blattform- und Anordnung in Richtung Campanula carpatica durch.

Campanula carpatica ist eine wundervolle Pflanze für den Steingarten, Trockenmauern oder den Vordergrund von Staudenbeeten. Die Pflanzen bevorzugen vollsonnige warme Standorte auf durchlässigen, frischen Böden. Bei zu fetten Böden neigen die höheren Sorten zum Auseinanderfallen, daher lieber den Boden mit etwas Kies abmagern. Leider zählen Glockenblumen zu den absoluten Leckerbissen für Schnecken, das macht sie als Topfbepflanzung immer beliebter.

Campanula persicifolia, Pfirsichblättrige Glockenblume

Wer kennt sie nicht die hohen Blütenstiele mit den großen, dickbauchigen Glocken. Sie sind typische Begleiter in unseren Gärten und entpuppen sich bei näherer Betrachtung wohl als die vielfältigste Art.

Der Formen- und Farbenreichtum dieser Art zeigt sich in einer Vielzahl von Blautönen, aber auch die verschiedensten gefüllten Typen kommen vor. Selbst das seltene Rosa kommt in einer botanischen Spezies vor und macht diese Gruppe unentbehrlich.

Botanisch lassen sich die derzeit gehandelten Sorten folgenden Untergruppen zuordnen.

* Campanula persicifolia - Aus einer schmalblättrigen Blattrosette steigen mehr oder weniger stabile 60 - 100 cm Blütenstiele hohe hervor. Die breitglockigen Schalen bilden einen locker verzweigten Blütenstand.

* Campanula persicifolia var. sessiliflora – Diese Art wird in England als C. latiloba gehandelt und unterscheidet sich durch die straffen, gut standfesten ca. 100 cm hohen Blütenstiele. Die großen flachen Blütenschalen sitzen dicht am Stängel und bilden eine aufsehenerregenden steifen Blütenstand.

* Campanula persicifolia f. nitida – Diese Zwergform wird nur 15 - 30 cm hoch und bildet sehr steife Blütenstängel. Die flachen Blütenschalen blühen über einen langen Zeitraum. Die Form fällt nicht echt aus Saat.

Die hohen Sorten der Pfirsichblättrigen Glocken sind vorzügliche Stauden für das Beet und den Gehölzrand. Leider sind nicht alle Sorten ausreichend standfest, doch bei neueren Auslesen versucht man mehr darauf zu achten. Ein sicherlich auch beachtenswerter Fakt, ist die gute Eignung als Schnittblume. Da kommen dann sogar Nichtgartenbesitzer in die Verlockung der Glocken. Die zwergigen Sorten machen sich toll im Steingarten oder Trögen. Alle kürzer bleibenden Sorten verdienen einen Versuch im Topf.

Die vorgestellten Arten bevorzugen sonnige bis absonnige Standorte auf nährstoffreichen Böden. Hier ist sogar etwas Lehmanteil erwünscht, denn nur gut ernährte Blattrosetten bilden stabile Blütenstängel. Unschlagbar ist die Kombination mit Rosen, aber auch neben rotblättrigen Cimicifuga-Sorten oder einfach zu großen weißen Margeriten machen sie eine gute Figur. Die kleinen Formen passen sicherlich zu Polsternelken.

Campanula punctata und takesimana, Punktierte Glockenblume

Diese Gruppe der Glockenblumen ist erst in den letzten Jahren verstärkt nach Europa gelangt und hat schnell unsere Gärten erobert. Dieses ist sicherlich auch auf die recht ungebändigte Wuchskraft zurückzuführen. Wir halten die meisten Auslesen für „Rabauken“ und bitte dieses bei der Auswahl eines Pflanzplatzes zu berücksichtigen.

Kennzeichnend sind unterirdische Ausläufer und daraus erscheinende Blattrosetten mit schlank-herzförmigen Blättern. Die Blütenstiele tragen Sack- oder Röhrenförmigen Blüten in Weiß bis Kirschrot und fallen meist durch ihre Größe auf. Ein näheres Betrachten sind die namensgebenden Punkte im Blüteninnern wert.

Die meisten Sorten stehen wohl zwischen den botanischen Varietäten und sollen hier auch nicht einfach einsortiert werden. Bevor hier nicht entgültig von den Botanikern Ordnung geschaffen wird, nur einige beobachtetet Unterscheidungen.

* Campanula punctata – Die Art hat von Natur aus weiß bis zartfarbene Blüten mit starker Punktierung im Innern der Blüte. Die Kelchblätter sind hier meist mit einem zurückgeschlagenen Zwischenblatt ausgestattet. Die Blätter sind behaart.

* Campanula punctata var. hondoensis - Hier werden die stärker gefärbten Blüten beobachtet und die Punktung ist nur noch untergeordnet. Der Kelch fällt durch sehr breite, verwachsene Kelchzähne, ohne Zwischenblatt auf.

* Campanula punctata var. microdontha – Diese Varietät wird als wesendlich kleinblumige, nicht so leuchtend in den Farben und stark behaart beschrieben. Der Kelch besteht aus gleichmäßig langen, lanzettlichen Blättern.

* Campanula takesimana – Hier sind die unbehaarten, glänzenden Blattoberseiten ein deutliches Erkennungszeichen. Die Blütenfarbe und der Kelch variieren aber so stark, das manchmal Zweifel in der Einordnung aufkommen.

* Campanula punctata-Hybriden – Hier gibt es mehrere Artkreuzungen, die ihre großen Blüten dem C. punctata Elternteil verdanken und meist die blaue Farbe und de horstigeren Wuchs von Campanula latifolia, trachelium oder anderen Partnern. Hier entstehen sicherlich auch in Zukunft noch viele wertvolle Sorten.

Diese Glockenblumenarten machen sicherlich in jedem Gartenbeet eine gute Figur, vorrausgesetzt man kann ihnen etwas mehr Platz einräumen. Man sollte das Neugestalten von Gartenbildern durch herumwandernde Ausläufer schon zu schätzen wissen, sonst muss man auf die braveren Hybriden zurückgreifen. Gemeinsam ist den Pflanzen eine Vorliebe für sonnige bis absonnige Standorte. Die starke Wuchskraft bedarf nährstoffhaltiger, frischer Böden.

Adenophora, Schellenblumen
Auch wenn die Glockenblumen eindeutig die größte Gattung in der Familie der Campanulaceae bilden, wollen wir die anderen aber nicht völlig vernachlässigen. Verlängern die Schellenblumen doch das „Das Verlocken der Glocken“ um einen ganzen Monat.

Diese Gattung ist vorrangig in China, Japan und angrenzenden Gebieten beheimatet. Da diese Gebiete botanisch noch nicht völlig aufgearbeitet sind und die bisher bekannten Arten zum Teil nur geringe Unterschiede aufweisen, ist die Nachbestimmung eher Glückssache. Das ist für uns als Sammler zwar nicht sehr befriedigend, aber wir geben die Hoffnung auf Besserung natürlich nicht auf.

Der in der Literatur genannte botanische Unterschied ist leider nicht hundertprozentig anwendbar, den eine Verwachsung der Griffelbasis zur Scheibe ist auch bei einigen Glockenblumen zu finden. Die Verwandtschaft ist halt doch sehr eng. Die Blütenform ist teilweise eher trichterförmig, aber auch kein sicheres Merkmal. Wir sind daher bei Neuzugängen aus Asien auch immer aufs Äußerste gespannt, ob die Namensgebung nachvollziehbar ist. Für die nächsten Jahre können wir noch einige interessante Arten ankündigen.

Wer nun bei der Herkunft Asien auf zarte, frostempfindliche schwachwachsende Pflanzen schließt, liegt völlig falsch. Ganz im Gegenteil, einige Arten sind wirkliche „Rabauken“ und sollten nicht unbedacht freigelassen werden. Andere dagegen sind sehr robust, aber unglaublich langsam, bis sie ihre volle Schönheit entwickeln.

Für die nächsten Jahre versprechen wir uns hier jedenfalls noch einige Überraschungen und hoffen auf Ihr Interesse.

Codonopsis, Tigerglocke

Leider wird diese interessante Glockenblumenverwandte in unseren Gärten eher stiefmütterlich behandelt. Auch unsere Auswahl ist momentan nicht gerade rühmlich, aber wir arbeiten daran. Kann man doch mit diesen Stauden oft die dritte Dimension eines Gartens erschließen und so viele kletternde Stauden gibt es ja wirklich nicht. Als nicht gerade vorteilhaft muss der namensgebende Geruch beschrieben werden, meist riecht man den Raubtierduft eher, als das man die Pflanze sieht.

Die Tigerglocken sind in Asien heimisch und wachsen dort als niedrige aufrechte, kriechende oder schlingende Einjährige oder Stauden. Die Blütezeit von Juli bis August füllt oft das Sommerloch in unseren Steingärten.

Da alle Arten über einen sehr fleischigen Wurzelstock verfügen, ist auf guten Wasserabfluss zu achten.

Wir werden uns jedenfalls bemühen, unseren Beitrag zur Sortimentserweiterung bei dieser interessanten Gattung zu leisten.

Symphyandra, Steinglocke

Die Steinglocken bedürfen etwas Aufmerksamkeit, sind doch die meisten Arten zweijährig oder kurzlebig. Dennoch lohnt der erhöhte Aufwand der regelmäßigen Nachzucht, den wem die Ansiedlung im Garten gelungen ist, erfreut sich an attraktiven Blütenständen und verliert die Art selten wieder.

Botanisch haben alle den fleischigen Wurzelstock und die veränderte Anordnung der Staubbeutel (verwachsen) gemeinsam. Die meist im Mittelmeerraum vorkommenden Arten sind alle sehr genügsam sind, bieten sie sich zur Begrünung vieler Gartenbereiche an. Lassen sie doch die Natur mal den Gestalter machen, auf einige Standorte und Kombinationen wäre sicherlich auch kein gut bezahlter Architekt gekommen. Bei uns übernimmt S. pendula seit Jahren erfolgreich das Lückenfüllen auf einem Problemstandort (trockener Schattenstandort im Wurzelbereich eines Ahorns). Da die Sämlinge im Frühjahr gut zu erkennen sind, kann man gegen zuviel des Guten einfach einschreiten.

Probieren Sie einen dieser „Vagabunden“ aus, einen Problemstandort hat doch fast jeder Garten.



Staudengärtnerei Peters - Allerlei Seltenes
Auf dem Flidd 20 · 25436 Uetersen · 04122 / 3312
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