Leberblümchen-Ausstellung
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Wissenswertes über Hepatica

Das Siebenbürgen Leberblümchen


Hepatica transsilvanica (M. Fuß)

Vom Standpunkt des Staudengärtner's aus gesehen ist Hepatica transsilvanica eine nützlichere Pflanze, denn sie ist nicht so empfindlich und dadurch dauerhafter. Sie lässt sich schon im September verpflanzen, vermehrt sich besser und ist leichter teilbar, außerdem ist sie eine stattlichere Pflanze mit größerem mehrfach geteilten Blättern und längeren Stielen, jedenfalls im allgemeinen, als Hepatica nobilis var. nobilis. Allerdings lässt sich das von den weißen und rosa Formen nicht sagen, sie sind auch in der Natur relativ seltener als Hepatica nobilis var. nobilis Spielarten.

Hepatica transsilvanica sind gute Bodendecker unter Laubbäumen und –büschen, die sie im Sommer nicht nur vor zuviel Licht sondern auch vor zuviel Wasser schützen und Laub für die Humusschicht spenden. Mit großwüchsigen Schneeglöckchen lassen sie sich gut kombinieren, auch mit Hundszahn, Helleborus, wintergrünen Farnen und Winterlingen. An Sträuchern passen hübsch die frühen Viburnum und Daphnen, auch Lonicera purpusii und andere zeitig blühende Gehölze dazu. In großen Flächen gepflanzt entsteht so ein wahrhaftiger Frühlingsgarten. Damit die Pflanzung auch später noch einen lebendigen Anblick bietet, kann man sie mit späteren Schattenstauden durchpflanzen.

Ihre Ansprüche an den Standort ähnelt denen der Hepatica nobilis var. nobilis: lockerer, warmer, humusreicher Waldboden, Winterfeuchte, im Sommer relativ trocken mit Schatten, Licht im Winter, nicht zugig aber auch nicht stickig oder trocken heiß.

Die Naturvorkommen der Hepatica transsilvanica beschränken sich auf die Karpathen, von Borzek im NO bis Deva im SW, aber besonders konzentrieren sie sich auf das Burzenland mit der zentralen Stadt Kronstadt im SO des Karparthenbogens. Dort wachsen sie als Endemiten, während im Hügelland Siebenbürgens nur Hepatica nobilis var. nobilis vorkommt. Hepatica transsilvanica zieht sich in größere Höhen hinauf, bis 2000 m, und blüht bei uns in der Ebene daher etwas früher als unsere einheimische Hepatica nobilis.

Auch vom Siebenbürgischen Leberblümchen gibt es mittlerweile einige verschiedene Sorten, die zu sammeln sich lohnt. Nicht immer sind alle individuellen Qualitäten auf den Fotos in den Katalogen zu erkennen. Die Blüten können in manchen Jahren anders aussehen und der Charakter der Pflanzengestalt trägt oft viel zu ihrer Besonderheit bei. Man muß sie in der Blütezeit sehen, um sie auszusuchen.

Sehr beliebt sind 'Lilacina' ('Rosea'), die gefüllten blauen 'Elison Spence' und 'Conny Greenfield', die blaue 'Loddon Blue', 'Grethe', 'Karpathenkrone', 'Nivea' ('Pure White') und manche andere.

Je länger sie ungeteilt wachsen dürfen, um so schöner werden die Stauden. Manchmal, einmal im Herbst/Winter lieben sie eine mineralische Düngung, besonders mit Kalk und Eisen, aber auch Spurenelementen.

Mit einem kleinen Trick kann man die Schönheit einer blühenden Frühlingspflanzung ganz besonders hervorheben: indem man mit Beginn der Blütezeit, nicht vorher, die alten Blätter abschneidet, erzeugt man bei enger Pflanzung ein leuchtendes blaues Feld. Die neuen Blätter kommen nach der Blüte heraus, rötlich und langhaarig, sind aber mit der Samenreife viel grüner und die Haarigkeit verschwindet.

Wenn die Pflanzen am richtigen Platz stehen, kann man sie von dem Zeitpunkt sich selbst überlassen, an welchen sie im Schutze des jungen Laubdachs der Bäume dem Sommer entgegenwachsen, denn der Sommer ist ihre Ruhezeit. Sie machen selber wieder auf sich aufmerksam durch die Entwicklung von Blütenknospen, wenn sie erneut Zuwendung brauchen. 

Marlene Ahlburg, Januar 2001




'Elison Spence'


'Pure White'

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